Vereinsbetrieb in den Jahren 1948 bis 1950

Der Vereinsbetrieb in den Jahren 1948 bis 1950 .   

 

Auf den Versammlungen und in Protokollen unseres Vereins sowie in der Vereinschronik wird über nachfolgende Themen des Vereinslebens berichtet:

 

An der Jahreshauptversammlung am 7. Januar 1948 nahmen 55 Mitglieder teil, die bei den Vorstandswahlen Hinrich Mindermann als 1. Vorsitzenden, Johann Funke als 2. Vorsitzenden und Fredy Grabau als Kassierer und Schriftführer für jeweils 1 Jahr wählten. Bei der Festsetzung der Beiträge beschlossen sie gegen die Stimme des 1. Vorsitzenden, 6 RM pro Jahr von Mitgliedern ab 18 Jahren zu verlangen. Jugendliche unter 18 Jahren waren beitragsfrei. Der Beitrag war alle 2 Monate in bar von jedem einzelnen Mitglied an den Kassierer zu übergeben. 1 Geräteschrank und Holz zur Anfertigung von Bänken und Toren auf dem Sportplatz wurden als Anschaffungen genehmigt. Außerdem sollte Fa. Renken aus Lauenbrück den Sportplatz an der Straße nach Winkeldorf mit seinem Bulldog und einer Walze ebnen. Das 2-jährige Bestehen des Vereins seit Neugründung sollte als geschlossene Feier am 20. März 1948 in Erinnerung gerufen werden.

 

Anlässlich der Mitgliederversammlung am 19. Mai 1948 wurde der Kassenbestand mit rund 1.150 RM, wovon rund 400 RM aus dem Überschuss des Fußballpokalturniers am 2. Mai 1948 stammten, angegeben. Bekanntlich wurde erst mit der Währungsreform im Juni 1948 die RM (Reichsmark) durch die DM (Deutsche Mark) ersetzt. Auf Antrag und nach entsprechender Genehmigung wurden 9 neue Mitglieder, unter ihnen auch Heinz Grabau und Hannes Holsten, aufgenommen. Schließlich wurde vorgeschlagen, eine Damen-Handballmannschaft zusammenzustellen. Den Vorschlag des Sportverein Bülstedt, eine Fußballspielgemeinschaft Bülstedt/Nartum zu gründen, lehnten die Mitglieder des TuS Nartum in ihrer Mitgliederversammlung am 28. September 1948 einstimmig ab.

 

Über die Sparte Fußball wurde berichtet, dass die Punktspiele der I. und II. Fußballmannschaft am 15. Februar 1948 gegen Wehldorf und Brüttendorf ausgefallen waren, weil man eine Fahrt nach Bremen zum Oberligaspiel Werder Bremen gegen FC St. Pauli unternommen hatte. Eine Woche später fiel wegen starkem Winterwetter das Fußballspiel gegen Sittensen aus. Wieder eine Woche später, am 29. Februar 1949, bestanden Nartumer Fußballspieler auf einen Protest, nachdem man gegen Tiste mit 3:5 verloren hatte. Dabei hatte der Tister Schiedsrichter in der 85. Minute beim Stande von 3:3 einen Pfostenschuss als Tor für Tiste gepfiffen. Beim Pokal-Blitzturnier in Nartum waren die Fußballmannschaften aus Gyhum, Wehldorf, Brüttendorf, Bülstedt und Wilstedt zu Gast. Dabei verletzte sich der Wilstedter Torwart mit Beinbruch. Trotzdem konnte das Turnier fortgesetzt werden. Die siegreiche Mannschaft aus Bülstedt konnte den von Sportkamerad Franz Wibben selbst angefertigten und gestifteten Pokal mit nach Hause nehmen. Der abendliche Festball verlief anschließend in guter Stimmung. Insgesamt sind 28 Spiele des TuS Nartum im Jahre 1948 protokolliert. Dabei kam zeitweise neben der I. und II. auch eine III. Herrenmannschaft zum Einsatz. Letztere spielte überwiegend gegen Jugendmannschaften. 

 

 

Die Jahreshauptversammlung des Jahres 1949 fand am 11. Januar unter Teilnahme von 40 Mitgliedern statt. Im Laufe des Jahres 1948 hatte es zahlreiche Mitgliederbewegungen gegeben. Neben 21 Zugängen waren leider auch 31 Abgänge zu verzeichnen, so dass per 31. 12. 1948 noch 67 Mitglieder registriert waren. Aus den Spartenberichten wurde deutlich, dass die I. Männerturnriege Fortschritte bei den turnerischen Leistungen erzielt hatte. Leider mangelte es bei der II. Männerturnriege an regelmäßiger Übungsbeteiligung. Die junge I. Fußballmannschaft hatte sich gut gebessert. Deshalb wurde vorgeschlagen, Sportfreund Christian Gabrands als Trainer zu bestellen. Anlässlich der Vorstandswahlen lehnte der 1. Vorsitzende Hinrich Mindermann eine Wiederwahl ab. Anschließend wurden Johann Funke als 1. und Johann Röhrs als 2. Vorsitzender gewählt. Der bisherige Tischtennisspartenleiter Walter Häbel wurde durch Hans-Edwin Scholz ersetzt. Als Spartenleiter der Theatergruppe wählte man Hinrich Mindermann. Zur Preismaskerade am 23. Januar 1949 wurden alle Vorstandsmitglieder für den Festausschuss bestimmt.

 

Die Mitgliederversammlung am 6. Mai 1949 wurde über den Abschluss einer Versicherung bei der Mecklenburgischen Lebensversicherung informiert. Ab 1. August 1949 sollte diese Versicherung wegen einer angekündigten Prämienerhöhung für aktive Mitglieder über 21 Jahre neu abgeschlossen werden. Vereinsmitglieder bis 21 Jahre sollten ab dann vom Kreissportbund Bremervörde über die Schufag versichert werden. Dieser Kreissportbund Bremervörde beabsichtigte im Laufe des Jahres 1949 ein Personenauto zu kaufen. Die Mitgliederversammlung des TuS Nartum am 2. Juli 1949 entschloss sich deshalb, zur Finanzierung des Kaufes je Mitglied 0,50 DM zu spenden. Das war damals der Mitgliedsbeitrag für einen Monat.

 

Auf einer weiteren Mitgliederversammlung am 6. August 1949 waren Veranstaltungen das Hauptthema. Für das Vereinssportfest am 14. August 1949 wurde das Programm festgelegt. Dazu sollte ein Eintritt von 1,50 DM pro Person verlangt werden. Zur Teilnahme am Kreisturn- und –sportfest am 20. / 21. August 1949 in Tarmstedt wurde eine Meldung für 20 Sportlerinnen und Sportler zusammengestellt. Zum Fußballpokalfest am 4. September 1949 in Nartum wurde beschlossen, die Vereine SV Brüttendorf, SV Viktoria Oldendorf, SuS Wehldorf, TuS Mulmshorn und TuS Otterstedt einzuladen. Ferner wurde festgelegt, dass beim Turnerball des Vereins am 27. November 1948 alle Turnriegen ein Schauturnen vorführen. Aus den kurz hintereinander folgenden Veranstaltungen ist die Lebendigkeit im Vereinsleben des TuS Nartum zu der damaligen Zeit deutlich zu erkennen.

 

Am 7. Januar 1950 wurde beschlossen, ab sofort keine Gebühren mehr für die Aufnahme von Mitgliedern zu verlangen. Die 43 Teilnehmer der Jahreshauptversammlung – das sind 2/3 der registrierten 68 Mitglieder gewesen – meinten: „Wenn wir Mitglieder haben wollen, dürfen wir niemals Aufnahmegebühr heben“.  Bei den Berichten der Spartenleiter wurde beklagt, dass die I. Männerturnriege und die Frauenturnriege anzahlmäßig eine sehr dünne Personaldecke aufwies, weil etliche Personen in letzter Zeit außerhalb Nartums in Arbeit gekommen und deshalb verzogen waren. Die Fußballer hatten im Sommer 1949 auf Pokalfesten der umliegenden Vereine 2 Pokale erobert. Während die Tischtennissparte ruhte, hatte die Theatergruppe 1949 den Einakter „Vadder und Söhn“ mit gutem Erfolg aufgeführt. Die Nachfolge für den erkrankten Schrift- und Kassenwart Fredy Grabau trat Gustav Dohrmann an. Schließlich legte die Jahreshauptversammlung fest, dass den ersten drei Masken  bei der am 22. Januar 1950 stattfindenden Preismaskerade freier Eintritt gewährt werden sollte. Alle anderen Gäste sollten 1,50 DM pro Person für die Teilnahme bezahlen. Den Preisrichtern Johann Wedemeyer, Hermann Brüning, Hinrich Mindermann und Johanne Wetjen wurde genehmigt, 95 bis 100 DM für einzukaufende Preise auszugeben.

 

Bericht aus der Geschichte des Turn- und Sportverein Nartum von 1921 e.V. zur Jahreshauptversammlung am 28. Januar 2011. Recherchiert und vorgetragen von Friedhelm Helmers)