Der TuS vor 50 Jahren

Der Turn- und Sportverein Nartum vor 50 Jahren.  

 

Auf der Jahreshauptversammlung unseres Vereins vom 30. April 1959 wird über nachfolgende Themen des Vereinslebens vor gut 50 Jahren, also über das Kalenderjahr 1958, berichtet:

 

Vereinsvorstand:

 1.Vorsitzender:  Manfred Flock

 2.Vorsitzender:  Johann Funke (verstarb 1958), Nachfolger: Hermann Brüning

 Kassenwart:       Friedrich Grabau

 Schriftwart:        Hans-Edwin Scholz

 

Zu Beginn der von 40 Mitgliedern besuchten Versammlung gedachten alle des verstorbenen verdienstvollen 2. Vorsitzenden Johann Funke.

Als erster Vereinsfachwart gab der Fußballobmann Johann Borchers seinen Bericht ab. Er hob die gute Kameradschaft in der 1. Herrenmannschaft hervor. Aufgrund guter Leistungen wird diese Mannschaft zum Saisonende wahrscheinlich in die neu geschaffene Kreisliga aufsteigen. Zum Fußballpokalturnier des TuS Nartum am 9. August 1959 sollen die Herrenmannschaften der Sportvereine aus Fintel, Fischerhude, Heeslingen, Mulmshorn, Steddorf, Taaken und Vorwerk eingeladen werden. Spielführer der 1. Herrenmannschaft wurde Heinz Wedemeyer auf Vorschlag des Fußballobmanns. Dieser wies außerdem daraufhin, dass der Verein dringend einen Schiedsrichteranwärter benötige. Heinz Lohmann wurde als Jugendobmann der Fußballmannschaften bestätigt.

Nachdem Fußballobmann kam Sportwart Hermann Brüning zu Wort, der die Müdigkeit im Turnbetrieb sehr beklagte und an alle Anwesenden appellierte, doch freitags wieder mitzuhalten. Letzten Endes würden die Turngeräte, zum Teil neu angeschafft, ganz verwaisen. Bürgermeister Bruns unterstrich diese Worte und wies darauf hin, dass ein durch Turnen gewandt gewordener Jugendlicher bei der Bundeswehr gern gesehen sei und dort ein leichtes Fortkommen hätte.

Durch den Fortgang des Tischtennisspartenleiters Heinz Wojack sollte dieser Sportzweig nicht erlahmen. Den Bericht gab Heinz Wedemeyer, der sich auch bereit erklärte, jeweils donnerstags den Tischtennisbetrieb fortzuführen.

Schriftwart Hans-Edwin Scholz wies in seinem Bericht daraufhin, dass er bei Sportunfällen sofort unterrichtet werden müsse, damit die Versicherung unverzüglich Kenntnis erlange und regulieren könne. Ferner ging er auf die Leistungen der beiden Schülermannschaften ein und hob deren kameradschaftliches Zusammenstehen unter Führung von Jürgen Weseloh hervor.

Kassenwart Friedrich Grabau gab einen ausführlichen Bericht über die Vereinsfinanzen. Gemäß Kassenbuch wurden im Jahre 1958  2.085,20 DM eingenommen und 2.514,20 DM ausgegeben. Damit überwogen die Ausgaben die Einnahmen um 429,00 DM, wodurch sich der Kassenbestand per 31. 12. 1958 auf 116,40 DM reduziert hatte. Die Mehrausgaben waren insbesondere für den Sportplatz für Einfriedigungs- und Bodenbearbeitungsmaßnahmen entstanden. Dazu wurden von allen Mitgliedern die erforderlichen Handarbeiten ohne Bezahlung geleistet.

 

Nachfolgend einige ausgewählte Einnahme- und Ausgabepositionen aus dem Kassenbuch:

Einnahmen

Beiträge von den Mitgliedern:                                       457,10 DM

Mannschaftsnenngelder vom Kreissportbund:              300,00 DM

Eintrittsgelder beim Turnerball im Febr. 1958:             391,00 DM

Platzeinnahmen beim Pokalfest im Aug. 1958:             216,50 DM

Eintrittsgelder beim Pokalfestball im Aug. 1958:         347,00 DM

Ausgaben

Beiträge an den Kreissportbund Bremervörde:              263,30 DM

Für 10 Fußballhemden und –hosen an Helmers 22:       144,06 DM

Für 1 Sprungkasten an Braunschw. Turngerätefabrik:   330,28 DM

Eine neue Schiedsrichterkluft für Martin Ternes:            29,95 DM

Für 8 neue Pfähle ectr. (Sportplatz) an Franz Wibben:  340,00 DM

Für Sportplatzfräsarbeiten an Hans-Günter Röhrs:        150,00 DM

Für Musik beim Turnerball im Febr. 1958:                    162,40 DM

Für Musik beim Pokalfestball im Aug. 1958:                162,40 DM

Für Vergnügungssteuer an Gemeinde die Nartum:        157,41 DM

 

Die Versammlung erteilte dem Vorstand einstimmig Entlastung für das Kalenderjahr 1958. Beitragssätze wurden unangetastet gelassen und zum neuen 2. Vorsitzenden wurde Hermann Brüning gewählt.

Für das Jahr 1959 plante man die Teilnahme am Turn- und Sportfest in Zeven, das Pokalfest für Fußballherrenmannschaften in Nartum, ein Kappenfest und einen Ausflug als „Fahrt ins Blaue“. Ein Termin für einen Turn- und Theaterabend im Herbst blieb offen. Hierzu wurde betont, dass gerade das Laienspiel und Schauturnen die älteren Einwohner besonders anspreche.

Folgende Anschaffungen wurden beschlossen: Eine Serie weißer Hosen für die Herrenmannschaft, ein neuer Fußball für die Jugend und Begrenzungsstangen mit Eisenteller. Außerdem sollten an der Nordseite des Sportplatzes die Pfähle und der Draht erneuert werden.

Zehn Minuten nach Mitternacht wurde die Versammlung geschlossen, nachdem auf Vereinskosten für jedes Mitglied ein Paar Würstchen bestellt worden waren. 

 

Bericht aus der Geschichte des Turn- und Sportverein Nartum von 1921 e.V. zur Jahreshauptversammlung am 30. Januar 2009. Recherchiert und vorgetragen von Friedhelm Helmers.