Vereinsbetrieb in den Jahren 1956 und 1957

Sportliche und gesellschaftliche Aktivitäten Ende der 50er Jahre und der Vereinsbetrieb in den Jahren 1956 und 1957.    

Auf den Versammlungen und in Protokollen unseres Vereins sowie in der Vereinschronik wird u. a. über nachfolgende Themen des Vereinslebens berichtet:

Zur Jahreshauptversammlung am  22. Februar 1957, an der 44 Mitglieder teilnahmen, war auch Alfred Rosen als Vorsitzender des Bezirkssportbundes Stade erschienen. Er ging in seiner Rede auf die Entwicklung des TuS Nartum nach Beendigung des zweiten Weltkrieges ein, wobei er wiederholt die Verdienste des im Vorjahr verstorbenen Hinrich Mindermanns würdigte. Anschließend verlieh er mit Hermann Bohling sen., Hermann Brüning, Johann Funke, Wilhelm Funke sen., Heinrich Heitmann, Wilhelm Kloß sen., Johann Wedemeyer, Friedrich Wetjen, Franz Wibben und Lehrer Schwedt zehn Sportkameraden die silberne Vereinsnadel.

Die Fußballfachwarte Martin Ternes und Johann Borchers berichteten über die Aktivitäten der Jahre 1956 und 1957. In einem Bericht  wird ein kameradschaftliches Benehmen, auch gegenüber den Schiedsrichtern, angemahnt. Die 1. Mannschaft hatte sich Ende 1957 gut aufeinander eingestellt und hoffte auf eine Verbesserung der Tabellensituation. Für die 1. Mannschaft wurde Bruno Schwarz, für die 2. Mannschaft Siegfried Sauerbaum als Mannschaftsführer bestellt.

Neben dem 25-jährigen Bestehen der Fußballabteilung im April 1957 sind besonders die Pokalturniere, zu denen Bürgermeister Bruns vorher in einem Rundschreiben aufmerksam machte, als besondere Höhepunkte zu erwähnen. So konnte am 11. August 1957 die Mannschaft aus Hepstedt den Siegerpokal in Nartum gewinnen. Für das Nartumer Pokalturnier am 10. August 1958 waren die Mannschaften aus Elsdorf, Wehldorf, Ostertimke, Steddorf, Rüspel und Hepstedt eingeladen. Im Endspiel standen sich Wehldorf und Steddorf gegenüber. Obwohl die zuschauenden Nartumer Schulkinder die Wehldorfer Spieler mit „Heja, Heja“, dem Schlachtruf der während der Fußballweltmeisterschaft in Schweden durch das Stadion von Göteborg hallte, anfeuerten, endete das Spiel trotz Verlängerung 0:0. Schließlich entschied das Los zugunsten des SV Teutonia Steddorf die Partie. In einem Freundschaftsspiel standen sich die Fußballer aus Horstedt und Nartum gegenüber, wobei am Schluss der Sieg den Gästen aus Horstedt mit 1:0 überlassen wurde. Die Pokalturniere wurden grundsätzlich nicht mit den Aktivitäten nachmittags auf dem Sportplatz beendet. Abends trafen sich alle Fußballer auf dem Saal des Vereinslokals zur Pokalübergabe und dem danach folgenden Tanzvergnügen. Anlässlich der so durchgeführten Pokalturniere konnte die Vereinkasse in der Regel immer wieder aufgefüllt werden. Laut Kassenbucheintragung wurde 1957 ein Gewinn von 252,35 DM und 1958 ein Gewinn von 280,31 DM verbucht. Das waren wichtige Einnahmen wenn man bedenkt, dass die gesamten Ein- und Ausgabepositionen eines Jahres zu der Zeit zwischen 1.700 DM und 1.800 DM schwankten und der Kassenbestand am Jahresende bescheidene 545,40 DM bzw. 544,20 DM Guthaben aufwies. Selbst den Schulkindern müssen damals die finanziellen Nöte des Vereins bewusst gewesen sein. In einem Schulaufsatz kommt ein fußballbegeisterter Nartumer Junge bezüglich des Pokalturniers vom 10. August 1958 zu folgender Abschlußbetrachtung: „Auf dem Fußballplatz erschienen viele Zuschauer. Das war die Hauptsache. Unsere Kasse hat viel Geld eingenommen, so dass wir die Schulden vom Sportplatzbau decken können. Ich hoffe, dass es im nächsten Jahr wieder so spannend wird.“                      

Über eine verbesserte Teilnahme am Turnen, wobei jedoch die Turnerinnen vollständig fehlten, berichtete für das Geschäftsjahr 1956/57 Turnwart Willy Bohling und ein Jahr später sprach der stellvertretende Turnwart Hannes Borchers von einer schwachen Beteiligung im Sommer. Allerdings hatte sich durch den am 15. Februar 1958 veranstalteten Turnerball ein wesentlicher Aufschwung für den Übungsbetrieb ergeben. Dieser Turnerball war nämlich als eine Werbeveranstaltung so organisiert, dass zu Beginn des Abends ein Schauturnen, Gymnastikvorführungen und Volkstänze von den Vereinsmitgliedern gezeigt wurden. Danach kamen die Laienspieler des Vereins zum Einsatz, die einen plattdeutschen Einakter auf der Bühne zum Besten gaben. Das abschließende Tanzvergnügen wurde dann mit Unterstützung einer Musikkapelle bis weit über Mitternacht hinaus genossen. Auch bei diesem Fest zur Förderung des Turnens hatte der Hüter der Vereinskasse stets den Blick auf die Vereinsfinanzen gerichtet. So konnte er bei Eintrittseinnahmen von 391,00 DM unter dem Strich einen Gewinn von 80,88 DM verbuchen. An Ausgaben waren 162,40 DM für die Musikkapelle, 86,92 DM für Vergnügungssteuer an die Gemeinde Nartum, 56,80 DM für Zehrkosten an Vereinswirt Johann Heitmann und 4,00 DM für Theaterbücher angefallen. Ob die Zehrkosten alleine für die Bewirtung der Musikkapelle bestimmt waren oder ob auch noch andere Empfänger von den verzehrten Speisen und/oder Getränken einen Vorteil hatten, geht nicht aus den Aufzeichnungen des Kassenbuches hervor.        

Auf einer ordentlichen Mitgliederversammlung am 2. Juni 1957 ging es u. a. um die Teilnahme am Kreis- Turn- und Sportfest am 30. Juni 1957 in Bevern. Der Wunsch der Vereinsleitung unter ihrem Vorsitzenden Manfred Flock war es, möglichst viele Mitglieder mit zum Sportfest nach Bevern zu nehmen, vor allem die Schulkinder, um dem Nachwuchs frühzeitig zu zeigen, was eine große Sportgemeinschaft erreichen kann. Zu den leichtathletischen Mehrkämpfen hatten sich 14 Sportler gemeldet. Da für die 8 x 85 m – Staffel noch 4 weibliche Teilnehmerinnen fehlten, wurden die Mädchen noch einmal besonders aufgefordert. Zur Vorbereitung wurden Übungen für jeden Montag und Freitag angesetzt. In diesem Zusammenhang bot sich Martin Ternes an, ebenfalls am Freitagabend einen Trainingsbetrieb für die Fußballer einzurichten. Tatsächlich nahm man dann  auch rege am Kreis- Turn- und Sportfest teil. Dazu wurde für die Fahrt nach Bevern ein Autobus eingesetzt, dessen Kosten sich auf immerhin 91,86 DM beliefen. Nach der Rückkehr waren insbesondere die zahlreichen Kinder von dem großen Sportfest begeistert, wo sie eine zuvor noch nicht gekannte Sportgemeinschaft mit Teilnehmern aus Vereinen des gesamten Kreises Bremervörde kennen gelernt hatten.

Neben dem reinen Sportbetrieb, der ja den Alltag eines Sportvereins darstellt, ist über weitere interessante Themen aus den Versammlungen der o. a. Jahre zu berichten. So erhielten Johann Funke und Manfred Flock am 22. Februar 1957 in einer geheimen Wahl für den Posten des 1. Vorsitzenden jeweils 22 gültige Stimmen. Da beide Kandidaten keine Mehrheit erhalten hatten einigten sie sich darauf, dass das Los die Entscheidung bringen sollte. Anschließend zog Bürgermeister Bruns das Los mit dem Namen des Lehrers Manfred Flock, der damit 1. Vorsitzender wurde und nach Dank für das Vertrauen die Wahl annahm.

Der Turn- und Sportverein Nartum von 1921 e.V. verzeichnete am 1. Januar 1956 lt. Bestandserhebung des Landessportbundes Niedersachsen e.V. 85 männliche und 11 weibliche Mitglieder, die je zur Hälfte den Abteilungen Fußball und Turnen zugeordnet waren. Aus heutiger Sicht war der Verein mit zwei Sparten relativ einfach strukturiert. Dennoch äußerte der erste Vorsitzende in der Jahreshauptversammlung am 21. Februar 1958 Befürchtungen darüber, dass der Beitrag bald erhöht werden müsse, weil die verschiedenen Sparten für sich Extraleistungen fordern könnten. Letztendlich blieb es aber unter dem Tagesordnungspunkt „Beiträge“ bei der aktuellen Regelung mit 0,50 DM monatlich. Tatsächlich sind dann im Kalenderjahr 1958 im Kassenbuch unter 16 Positionen insgesamt 468,60 DM an Beiträgen, davon 37,60 DM von Schulkindern aufgelistet. Zu der Zeit war der Kassierer damit beauftragt, die Beiträge von jedem einzelnen Vereinmitglied in bar abzufordern. In diesem Zusammenhang mahnte der amtierende Kassierer Friedrich Heuermann die Anwesenden der Jahreshauptversammlung, die Beiträge pünktlich bei ihm abzuliefern.

Eine vom TuS Nartum organisierte Dampferfahrt zur Hochseeinsel Helgoland endete am 25. August 1957 kläglich. Zunächst hatte man nach einer Busfahrt freudig den Dampfer für die Seereise betreten. Unterwegs fiel die Stimmung jedoch auf einen Tiefpunkt. Zwischenzeitlich war Sturm aufgekommen, so dass das Ausbooten in Sicht der Insel scheiterte. Der Dampfer musste mit zahlreichen Seekranken an Bord wieder umkehren, ohne das jemand Helgoland betreten hatte. Später, im Frühsommer 1958, wurde noch mal ein Versuch unternommen, die Insel Helgoland zu erreichen. Allerdings lehnten die Mitglieder unseres Sportvereins eine gemeinsame Reise mit dem Nartumer Gesangverein ab.

Im Jahre 1957 erfolgten zwei größere Anschaffungen. Es wurden eine Blizzard Standard-Turnmatte für 230,80 DM und eine Serie Fußballkluften für die Schülermannschaft sowie 1 Herren-Torwarthose im Wert von 181,75 DM gekauft. Intensiv debattierten dann 37 Mitglieder auf der Jahreshauptversammlung am 21. Februar 1958 darüber, ob zuerst ein Sprungkasten oder Ringe angeschafft werden sollten. Ein endgültiger Beschluss wurde nicht gefasst. Es musste zunächst geklärt werden, ob sich Ringe an der Decke des Saales des Vereinswirtes, der als Übungsstätte der Turner genutzt wurde,  anbringen lassen. Im Nachhinein ist dann im Mai 1958 ein 5-teiliger Sprungkasten für 330,28 DM von der Braunschweiger Turngerätefabrik erworben. Vom Nartumer Kaufmann Helmers erhielten die Fußballer im gleichen Jahr 10 Jerseys und 10 Hosen für insgesamt 144,06 DM. Der Vorschlag von Willi Wellmann, eine wertvollere Vereinsfahne zu kaufen, wurde auf Einwand des Kassenwartes zurückgestellt. Dafür konnte dann die Planierung des Sportplatzes im Juni 1958 an Hans-Günter Röhrs für 150,00 DM in Auftrag gegeben werden. Die Tischtennisspieler unter der Regie von Sportkamerad Wojack wurden allerdings stiefmütterlich behandelt. Ihre Anregung eine zweite Tischtennisplatte zu erwerben, damit in Zukunft ohne langes Warten trainiert werden konnte, fand keine Zustimmung. Dabei wünschte man sich, bald auf Kreisebene an Mannschaftswettkämpfen teilzunehmen. Dieser Wunsch sollte aber noch lange nicht in Erfüllung gehen. Erst im Jahre 1965 wurde die Anschaffung einer zweiten Tischtennisplatte gebilligt. Von dieser Zeit an konnte auch der TuS Nartum am Punktspielbetrieb der Tischtennisfachschaft des Kreises Bremervörde teilnehmen.      

 

Bericht aus der Geschichte des Turn- und Sportverein Nartum von 1921 e.V. zur Jahreshauptversammlung am 31. Januar 2014. Recherchiert und vorgetragen von Friedhelm Helmers)

Sportliche und gesellschaftliche Aktivitäten Ende der 50er Jahre und der Vereinsbetrieb in den Jahren 1956 und 1957.    

 Auf den Versammlungen und in Protokollen unseres Vereins sowie in der Vereinschronik wird u. a. über nachfolgende Themen des Vereinslebens berichtet:

Zur Jahreshauptversammlung am  22. Februar 1957, an der 44 Mitglieder teilnahmen, war auch Alfred Rosen als Vorsitzender des Bezirkssportbundes Stade erschienen. Er ging in seiner Rede auf die Entwicklung des TuS Nartum nach Beendigung des zweiten Weltkrieges ein, wobei er wiederholt die Verdienste des im Vorjahr verstorbenen Hinrich Mindermanns würdigte. Anschließend verlieh er mit Hermann Bohling sen., Hermann Brüning, Johann Funke, Wilhelm Funke sen., Heinrich Heitmann, Wilhelm Kloß sen., Johann Wedemeyer, Friedrich Wetjen, Franz Wibben und Lehrer Schwedt zehn Sportkameraden die silberne Vereinsnadel.

Die Fußballfachwarte Martin Ternes und Johann Borchers berichteten über die Aktivitäten der Jahre 1956 und 1957. In einem Bericht  wird ein kameradschaftliches Benehmen, auch gegenüber den Schiedsrichtern, angemahnt. Die 1. Mannschaft hatte sich Ende 1957 gut aufeinander eingestellt und hoffte auf eine Verbesserung der Tabellensituation. Für die 1. Mannschaft wurde Bruno Schwarz, für die 2. Mannschaft Siegfried Sauerbaum als Mannschaftsführer bestellt.

Neben dem 25-jährigen Bestehen der Fußballabteilung im April 1957 sind besonders die Pokalturniere, zu denen Bürgermeister Bruns vorher in einem Rundschreiben aufmerksam machte, als besondere Höhepunkte zu erwähnen. So konnte am 11. August 1957 die Mannschaft aus Hepstedt den Siegerpokal in Nartum gewinnen. Für das Nartumer Pokalturnier am 10. August 1958 waren die Mannschaften aus Elsdorf, Wehldorf, Ostertimke, Steddorf, Rüspel und Hepstedt eingeladen. Im Endspiel standen sich Wehldorf und Steddorf gegenüber. Obwohl die zuschauenden Nartumer Schulkinder die Wehldorfer Spieler mit „Heja, Heja“, dem Schlachtruf der während der Fußballweltmeisterschaft in Schweden durch das Stadion von Göteborg hallte, anfeuerten, endete das Spiel trotz Verlängerung 0:0. Schließlich entschied das Los zugunsten des SV Teutonia Steddorf die Partie. In einem Freundschaftsspiel standen sich die Fußballer aus Horstedt und Nartum gegenüber, wobei am Schluss der Sieg den Gästen aus Horstedt mit 1:0 überlassen wurde. Die Pokalturniere wurden grundsätzlich nicht mit den Aktivitäten nachmittags auf dem Sportplatz beendet. Abends trafen sich alle Fußballer auf dem Saal des Vereinslokals zur Pokalübergabe und dem danach folgenden Tanzvergnügen. Anlässlich der so durchgeführten Pokalturniere konnte die Vereinkasse in der Regel immer wieder aufgefüllt werden. Laut Kassenbucheintragung wurde 1957 ein Gewinn von 252,35 DM und 1958 ein Gewinn von 280,31 DM verbucht. Das waren wichtige Einnahmen wenn man bedenkt, dass die gesamten Ein- und Ausgabepositionen eines Jahres zu der Zeit zwischen 1.700 DM und 1.800 DM schwankten und der Kassenbestand am Jahresende bescheidene 545,40 DM bzw. 544,20 DM Guthaben aufwies. Selbst den Schulkindern müssen damals die finanziellen Nöte des Vereins bewusst gewesen sein. In einem Schulaufsatz kommt ein fußballbegeisterter Nartumer Junge bezüglich des Pokalturniers vom 10. August 1958 zu folgender Abschlußbetrachtung: „Auf dem Fußballplatz erschienen viele Zuschauer. Das war die Hauptsache. Unsere Kasse hat viel Geld eingenommen, so dass wir die Schulden vom Sportplatzbau decken können. Ich hoffe, dass es im nächsten Jahr wieder so spannend wird.“                      

Über eine verbesserte Teilnahme am Turnen, wobei jedoch die Turnerinnen vollständig fehlten, berichtete für das Geschäftsjahr 1956/57 Turnwart Willy Bohling und ein Jahr später sprach der stellvertretende Turnwart Hannes Borchers von einer schwachen Beteiligung im Sommer. Allerdings hatte sich durch den am 15. Februar 1958 veranstalteten Turnerball ein wesentlicher Aufschwung für den Übungsbetrieb ergeben. Dieser Turnerball war nämlich als eine Werbeveranstaltung so organisiert, dass zu Beginn des Abends ein Schauturnen, Gymnastikvorführungen und Volkstänze von den Vereinsmitgliedern gezeigt wurden. Danach kamen die Laienspieler des Vereins zum Einsatz, die einen plattdeutschen Einakter auf der Bühne zum Besten gaben. Das abschließende Tanzvergnügen wurde dann mit Unterstützung einer Musikkapelle bis weit über Mitternacht hinaus genossen. Auch bei diesem Fest zur Förderung des Turnens hatte der Hüter der Vereinskasse stets den Blick auf die Vereinsfinanzen gerichtet. So konnte er bei Eintrittseinnahmen von 391,00 DM unter dem Strich einen Gewinn von 80,88 DM verbuchen. An Ausgaben waren 162,40 DM für die Musikkapelle, 86,92 DM für Vergnügungssteuer an die Gemeinde Nartum, 56,80 DM für Zehrkosten an Vereinswirt Johann Heitmann und 4,00 DM für Theaterbücher angefallen. Ob die Zehrkosten alleine für die Bewirtung der Musikkapelle bestimmt waren oder ob auch noch andere Empfänger von den verzehrten Speisen und/oder Getränken einen Vorteil hatten, geht nicht aus den Aufzeichnungen des Kassenbuches hervor.        

Auf einer ordentlichen Mitgliederversammlung am 2. Juni 1957 ging es u. a. um die Teilnahme am Kreis- Turn- und Sportfest am 30. Juni 1957 in Bevern. Der Wunsch der Vereinsleitung unter ihrem Vorsitzenden Manfred Flock war es, möglichst viele Mitglieder mit zum Sportfest nach Bevern zu nehmen, vor allem die Schulkinder, um dem Nachwuchs frühzeitig zu zeigen, was eine große Sportgemeinschaft erreichen kann. Zu den leichtathletischen Mehrkämpfen hatten sich 14 Sportler gemeldet. Da für die 8 x 85 m – Staffel noch 4 weibliche Teilnehmerinnen fehlten, wurden die Mädchen noch einmal besonders aufgefordert. Zur Vorbereitung wurden Übungen für jeden Montag und Freitag angesetzt. In diesem Zusammenhang bot sich Martin Ternes an, ebenfalls am Freitagabend einen Trainingsbetrieb für die Fußballer einzurichten. Tatsächlich nahm man dann  auch rege am Kreis- Turn- und Sportfest teil. Dazu wurde für die Fahrt nach Bevern ein Autobus eingesetzt, dessen Kosten sich auf immerhin 91,86 DM beliefen. Nach der Rückkehr waren insbesondere die zahlreichen Kinder von dem großen Sportfest begeistert, wo sie eine zuvor noch nicht gekannte Sportgemeinschaft mit Teilnehmern aus Vereinen des gesamten Kreises Bremervörde kennen gelernt hatten.

Neben dem reinen Sportbetrieb, der ja den Alltag eines Sportvereins darstellt, ist über weitere interessante Themen aus den Versammlungen der o. a. Jahre zu berichten. So erhielten Johann Funke und Manfred Flock am 22. Februar 1957 in einer geheimen Wahl für den Posten des 1. Vorsitzenden jeweils 22 gültige Stimmen. Da beide Kandidaten keine Mehrheit erhalten hatten einigten sie sich darauf, dass das Los die Entscheidung bringen sollte. Anschließend zog Bürgermeister Bruns das Los mit dem Namen des Lehrers Manfred Flock, der damit 1. Vorsitzender wurde und nach Dank für das Vertrauen die Wahl annahm.

Der Turn- und Sportverein Nartum von 1921 e.V. verzeichnete am 1. Januar 1956 lt. Bestandserhebung des Landessportbundes Niedersachsen e.V. 85 männliche und 11 weibliche Mitglieder, die je zur Hälfte den Abteilungen Fußball und Turnen zugeordnet waren. Aus heutiger Sicht war der Verein mit zwei Sparten relativ einfach strukturiert. Dennoch äußerte der erste Vorsitzende in der Jahreshauptversammlung am 21. Februar 1958 Befürchtungen darüber, dass der Beitrag bald erhöht werden müsse, weil die verschiedenen Sparten für sich Extraleistungen fordern könnten. Letztendlich blieb es aber unter dem Tagesordnungspunkt „Beiträge“ bei der aktuellen Regelung mit 0,50 DM monatlich. Tatsächlich sind dann im Kalenderjahr 1958 im Kassenbuch unter 16 Positionen insgesamt 468,60 DM an Beiträgen, davon 37,60 DM von Schulkindern aufgelistet. Zu der Zeit war der Kassierer damit beauftragt, die Beiträge von jedem einzelnen Vereinmitglied in bar abzufordern. In diesem Zusammenhang mahnte der amtierende Kassierer Friedrich Heuermann die Anwesenden der Jahreshauptversammlung, die Beiträge pünktlich bei ihm abzuliefern.

Eine vom TuS Nartum organisierte Dampferfahrt zur Hochseeinsel Helgoland endete am 25. August 1957 kläglich. Zunächst hatte man nach einer Busfahrt freudig den Dampfer für die Seereise betreten. Unterwegs fiel die Stimmung jedoch auf einen Tiefpunkt. Zwischenzeitlich war Sturm aufgekommen, so dass das Ausbooten in Sicht der Insel scheiterte. Der Dampfer musste mit zahlreichen Seekranken an Bord wieder umkehren, ohne das jemand Helgoland betreten hatte. Später, im Frühsommer 1958, wurde noch mal ein Versuch unternommen, die Insel Helgoland zu erreichen. Allerdings lehnten die Mitglieder unseres Sportvereins eine gemeinsame Reise mit dem Nartumer Gesangverein ab.

Im Jahre 1957 erfolgten zwei größere Anschaffungen. Es wurden eine Blizzard Standard-Turnmatte für 230,80 DM und eine Serie Fußballkluften für die Schülermannschaft sowie 1 Herren-Torwarthose im Wert von 181,75 DM gekauft. Intensiv debattierten dann 37 Mitglieder auf der Jahreshauptversammlung am 21. Februar 1958 darüber, ob zuerst ein Sprungkasten oder Ringe angeschafft werden sollten. Ein endgültiger Beschluss wurde nicht gefasst. Es musste zunächst geklärt werden, ob sich Ringe an der Decke des Saales des Vereinswirtes, der als Übungsstätte der Turner genutzt wurde,  anbringen lassen. Im Nachhinein ist dann im Mai 1958 ein 5-teiliger Sprungkasten für 330,28 DM von der Braunschweiger Turngerätefabrik erworben. Vom Nartumer Kaufmann Helmers erhielten die Fußballer im gleichen Jahr 10 Jerseys und 10 Hosen für insgesamt 144,06 DM. Der Vorschlag von Willi Wellmann, eine wertvollere Vereinsfahne zu kaufen, wurde auf Einwand des Kassenwartes zurückgestellt. Dafür konnte dann die Planierung des Sportplatzes im Juni 1958 an Hans-Günter Röhrs für 150,00 DM in Auftrag gegeben werden. Die Tischtennisspieler unter der Regie von Sportkamerad Wojack wurden allerdings stiefmütterlich behandelt. Ihre Anregung eine zweite Tischtennisplatte zu erwerben, damit in Zukunft ohne langes Warten trainiert werden konnte, fand keine Zustimmung. Dabei wünschte man sich, bald auf Kreisebene an Mannschaftswettkämpfen teilzunehmen. Dieser Wunsch sollte aber noch lange nicht in Erfüllung gehen. Erst im Jahre 1965 wurde die Anschaffung einer zweiten Tischtennisplatte gebilligt. Von dieser Zeit an konnte auch der TuS Nartum am Punktspielbetrieb der Tischtennisfachschaft des Kreises Bremervörde teilnehmen.      

Bericht aus der Geschichte des Turn- und Sportverein Nartum von 1921 e.V. zur Jahreshauptversammlung am 31. Januar 2014. Recherchiert und vorgetragen von Friedhelm Helmers.